Historie

Historie

Die Geschichte des Fußballs in Neuenhagen

Der Neuenhagener Fußball hat seine Wurzeln im Jahre 1913. Einige begeisterte Sportkameraden wie Berthold Schmäcke, Xaver Baranowski, Willi Kessel und Emil Schlosser gründeten den Arbeitersportverein namens S.C. Neuenhagen 1913 e.V.

mannschaft neuenhagen 1913

Damalige Spieler waren u.a. Gustav Böhme, der sich später langjährige Verdienste als Zeug- und Platzwart erwarb, sowie einer der besten Mittelläufer seiner Zeit - Otto Schlosser.

Die Neuenhagener Fußballer nahmen in den 1920-iger und 1930-iger Jahren vermutlich am Spielbetrieb des Brandenburgischen Kreises Oberbarnim teil.

Im Jahre 1925 nahm man eine Umbenennung des Vereins in Arbeitersportverein Neuenhagen vor.

In Neuenhagen begann man bereits frühzeitig den Nachwuchs zu fördern und 1931 initiierte der bekannte Jockey Bruno Radach zudem eine erste Alt-Herren-Mannschaft.

Nicht ganz geklärt ist, ob die Männermannschaft des Arbeiter-SV Neuenhagen schon 1934 oder erst 1936 den ersten Aufstieg und damit den Sprung aus dem Oberbarnimschen Kreis in die Bezirksklasse schaffte.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Sport neu strukturiert. Bei der Einteilung der Klassen des Gaus Berlin-Brandenburg verschlug es die Neuenhagener Fußballer Ende der 1930-iger/ Anfang der 1940-iger Jahre in die Kreisklasse I, Abschnitt Ost, Abteilung B. (Darüber gab es die beiden Bezirksklassen Berlin-Potsdam und Frankfurt-Lausitz. Und die höchste Klasse des Sportbereiches Berlin-Brandenburg war - wie in ca. 20 weiteren Sportbereichen auch - die Gauliga. Die Meister aller Gaue spielten unter sich damals übrigens den Deutschen Amateurmeister aus.

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Aus der Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg ist bekannt, dass die SG Neuenhagen, wie sich der Verein ab 1945 wieder nannte, obwohl im Brandenburgischen Kreis Niederbarnim liegend - wie andere Rand-Berliner Fußballvereine auch - am Spielbetrieb von Groß-Berlin teilnahm, um dort bis 1947 sogenannte Serienspiele zu bestreiten. Anschließend wurde die Mannschaft gleich in die Bezirksklasse des Landes Brandenburg, später des neu gebildeten Bezirkes Frankfurt/Oder eingegliedert.

Im Jahre 1948 zählte die Fußballsparte des Vereins lt. Mitgliederliste 55 eingetragene Mitglieder. Neben ihr gibt es u.a. noch die Sparten Handball, Kegeln, Tischtennis und Turnen. Später werden darüber hinaus die Sparten Volleyball, Tennis und Schach ins Leben gerufen. Die Fußballsparte der SG Neuenhagen erfährt kräftigen Zulauf. Bereits 5 Jahre später unterhält sie 3 Männer-, 1 Altherren-, 3 Jugend- und 3 Schüler-Mannschaften.

In einer Übergangsrunde 1955 erreichten die Neuenhagener Kicker zwar den Staffelsieg, blieben aber dennoch in der Beziksklasse. Verpasste man in den Folgejahren die Meisterschaft jeweils nur knapp (1956 - 2. Platz, 1957 - 3. Platz), so schaffte das Team 1958, als es gleichzeitig FDGB-Pokalsieger werden konnte, den Aufstieg zur Bezirksliga, wo man jedoch nur ein Jahr verblieb. Der größeren Spielstärke war man einfach nicht gewachsen und musste deshalb zurück in die Bezirksklasse. Aber auch diese Klasse war leider nur eine Zwischenstation auf dem Weg abwärts. Mit 41:68 Toren und 17:27 Punkten wurde man 1959 nur Staffel-Elfter und musste den bitteren Gang in die Kreisklasse Strausberg antreten.

Ab 1960 unterstütze das ortsansässige Landwirtschafts-Instandsetzungs-Werk (LIW) den Verein finanziell. In diesem Zusammenhang wurde der Verein - wie überall in der DDR - in eine sogenannte Betriebssport-gemeinschaft umstrukturiert. Sie trägt jetzt den Namen BSG Traktor Neuenhagen und ist in Sektionen gegliedert. Neben Fußball gibt es noch die Sektionen Kegeln, Schach, Tischtennis, Gymnastik und Volleyball.

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In der Saison 1963/1964 gewann die 1. Männermannschaft die Meisterschaft im Kreis Strausberg (gehörte damals noch zum BFA Berlin), was mit dem Aufstieg in die Stadtklasse Berlin verbunden war. Dort spielte man in der Staffel A und belegte im ersten Jahr den 11. Tabellenplatz.

mannschaft neuenhagen 1964

Mit der Spielzeit 1969/1970 ist Traktor Neuenhagen in der neu gebildeten Berliner Bezirksklasse - und zwar in Staffel B - aktiv und muss aufgrund mangelnder Klassentauglichkeit gleich absteigen. Aber bereits in der darauffolgenden Saison durfte man als Sieger der Staffel C der Kreisklasse wieder zurück auf die Bezirksbühne.  

Im Jahr 1971 gehören 58 Senioren und 39 Junioren zur Sektion Fußball bei Traktor Neuenhagen.

Ab Januar 1972 trägt der Verein den Namen BSG Rot-Weiß Neuenhagen und bekommt mit Radwandern eine neue Sektion hinzu.

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Die knappen Kassen zwingen die Sektion Fußball des Vereins im Sommer 1973 zur Ausgliederung aus der BSG Rot-Weiß Neuenhagen. Unter Trägerschaft des VEB Verbundnetz Elektroenergie Berlin - Netzbetrieb Neuenhagen - wird eine neue BSG gegründet, die den Namen BSG Energie Berlin trägt. Ihrer Sektion Fußball (neben Handball und Kegeln eine von drei Sektionen) gehören 96 Sportkameraden an, die weiterhin am Spielbetrieb Berlins teilnehmen. Der Rat der Gemeinde Neuenhagen stimmt nach einigem Hin und Her der Sportplatznutzung durch den neuen "Berliner" Verein zu.

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Gemäß den Statuten des DFV der DDR muss der neue Verein seinen Spielbetrieb in der untersten Spielklasse neu aufnehmen. Dies ist im Verantwortungsbereich des Bezirksfachausschusses Berlin die II. Kreisklasse. 1974 gelingt der BSG Energie Berlin der Sprung in die I. Kreisklasse, wo sie sozusagen unter "fremder Flagge" den Neuenhagener Fußball bis 1981 vertrat.

1976 wird erstmals erwähnt, dass auch Frauen in Neuenhagen Fußball spielen. Die Freizeitmannschaft des Wohngebietes am Umspannwerk stellt den Antrag auf Eingliederung in die Sektion Fußball. Die Frauen nehmen zwar noch nicht am Spielbetrieb teil, trainieren aber regelmäßig in der Sporthalle des Umspannwerkes.

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Mit dem Abstieg zur II. Kreisklasse im Jahre 1981 sollten die Energie-Fußballer den bisherigen sportlichen Tiefpunkt erreichen. Dort bleibt die Mannschaft mit kurzer Unterbrechung bis über die politische Wende 1989 hinaus. Einzig 1987/1988 nämlich durfte man als Staffelsieger für eine Spielzeit wieder in der I. Kreisklasse mitmischen.

scannen0025Im September 1990 legt Energie Berlin das Namens-Anhängsel "BSG" ab und nennt sich ab sofort Sportverein - "SV". Aus der "Sektion" Fußball wird eine "Abteilung" Fußball. In deren denkwürdiger Leitungssitzung vom 21. April 1992 wird nach vorheriger Zustimmung aller damaligen 142 Mitglieder beschlossen, sich als Abteilung Fußball vom SV Energie Berlin abzukoppeln und in den "Schoß" des ehemaligen Vereins Rot-Weiß zurückzukehren, der nach der Wende inzwischen den Namen SG Rot-Weiß Neuenhagen angenommen hatte. Es gibt (ohne die Fußballer) zu diesem Zeitpunkt bei Rot-Weiß mittlerweile 10 Abteilungen mit insgesamt 470 Mitgliedern.

1993 herrscht Aufbruchstimmung an der Jahnstraße. Neben der erforderlichen sportlichen Neuorientierung muss dringend am Sportplatz und dem Vereinsgebäude investiert werden. Grundlage hierfür bildet der zwischen der Gemeinde Neuenhagen und der SG Rot-Weiß Neuenhagen abgeschlossene langfristige Pachtvertrag.

Bislang mit ihren Männern immer noch in der Berliner Kreisliga C spielend wird die Neuenhagener Fußballabteilung am Jahre 1998 Mitglied des neuen Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) und nimmt als solches künftig auch an dessen Spielbetrieb teil. Die 1. Männerelf gehört ab sofort der Kreisklasse Strausberg später der Kreisliga Märkisch-Oderland an.

2002/2003 wurde die 1. Männermannschaft unter ihrem Trainer Jens Kaden Meister der Kreisliga Märkisch-Oderland und spielte danach eine Serie in der Landesklasse Ost. Weil sie dem dortigen Niveau nicht gewachsen war, stieg sie leider nach nur einer Saison gleich wieder in die Kreisliga ab.

mannschaft neuenhagen 2003

Zwischen 2006 und 2010 nimmt der gesamte Fußball-Nachwuchs des Vereins mit Zustimmung des Brandenburger Fußballverbandes aus sowohl sportlichen als auch finanziellen Gründen am Spielbetrieb des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) teil.

Die 1. Männerelf schließt die Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 jeweils als Tabellenzweiter ab, verpasst damit jeweils nur knapp den Aufstieg zur Landesklasse. In diesen beiden Jahren erringt das Team unter Trainer Ulrich Fedderau zudem den Krombacher-Kreispokal des Fußballkreises MOL.

Anfang 2011 hat die SG Rot-Weiß Neuenhagen insgesamt 25 Abteilungen mit 1.050 Mitgliedern. Allein 350 von ihnen sind Fußballer, darunter mehr als 180 Kinder und Jugendliche.

Nachdem die Abteilung für Fußball zwischen 2012 und 2014 aussetzte, nahmen die Fußballer der SG im Jahre 2014/2015 wieder den Spielbetrieb auf. Gleich in ihrer ersten Saison gelang der Mannschaft um Spielertrainer Maximilian Wolchow die Meisterschaft in der Kreisklasse Nord. Zudem stellte man mit Pierre-Ramon Woyke den Toptorjäger (38 Tore) in dieser Spielzeit.

In der Saison darauf wurde sensationell erneut der Aufstieg gefeiert. Damit steht die SG aus Neuenhagen in der höchsten Spielklasse des Fußballverbandes Ostbrandenburg.